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Projektmanagement und Bugtracking – ein Vergleich von Jira, Zoho, TeamLab und Planio

5. Juni, 2011

Wenn man nur einen Entwickler hat, hält sich der Bedarf anfangs in Grenzen. Je mehr Feature geplant werden, je mehr Bugs beim gemeinsamen Testen entdeckt werden, desto unübersichtlicher kann es werden. Erschwert wird die Situation dadurch, dass zwischen uns 80km liegen.

Bevor der Bedarf spürbar wurde (aber absehbar war) haben wir angefangen, einige Tools zu testen. Wir wollten nicht zu viel Zeit damit „vergeuden“, verschafften uns schnell einen Überblick über Tools, die wir uns leisten können. Die erste Wahl fiel auf Jira.

Jira von Atlassian

Jira bietet umfangreiche Funktionen aus dem Bereich Projektmanagement und Bugtracking. Es lässt sich zudem gut mit anderen Atlassian-Produkten kombinieren, wie z.B. Confluence-Wiki. Da wir mit unserem Mediawiki sehr zufrieden sind, interessierte uns das wenig.

Nach einer kostenlosen, gehosteten Testphase von 30 Tagen bekommt man Jira schon ab 10$. Das Hosting hingegen kostet mindestens 150$ im Monat für 10 User. Schon bei der Registrierung für die Testphase muss man Kreditkarten-Daten hinterlegen. Wäre uns Atlassian nicht als sehr seriöse und renommierte Firma bekannt, hätten wir es wohl hier gelassen.

Der erste Blick auf Jira war nicht sehr beeindruckend. Bevor man es überhaupt benutzen kann, muss man einiges konfigurieren. Und das kann dauern, denn die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und das Admintool ziemlich üppig. Es werden aber kaum Voreinstellungen geboten.

Ziemlich überdimensioniert für unser Projekt – noch. Man muss ja an die Zukunft denken. Irgendwann wollten wir die Daten auch mal exportieren, und hier gab es eine Überraschung. Es gibt kaum Möglichkeiten, das zu tun. Selbst, wenn man die Jira-Daten von der von Atlassian gehosteten Test-Version auf die gekaufte und auf dem eigenen Server gehostete Version (siehe Preis) migrieren will, blickt man in die Röhre.

Insgesamt hat uns das nicht sehr begeistert. Wir entschieden uns, auch weil wir es nicht eilig hatten, andere Tools zu probieren. Entscheidungen zu treffen bedeutet ja auch, dass man überhaupt eine Auswahl hat.

Zoho und TeamLab

Zwei ganz verschiedene Tools: Zoho ist schnell durchgefallen, TeamLab war eigentlich toll. Aber der Reihe nach.

Zoho ist… irgendwie… ja, es ist… es weiß nicht, was es sein will. Es vereint etwa 26 Tools für völlig unterschiedliche Bereich. Da ist von allem etwas: Ein Stück Dropbox, etwas Wiki, eine kleine Portion Remember The Milk, drei Löffel Google Docs, usw. Einige Tools sind gut, andere völlig unausgereift – manche greifen gut ineinander, andere wirken sehr fremd.

Perfektioniert wird dieses durcheinander bei den Preisen. Jedes Tool/Modul hat jeweils mehrere Preise und bietet jeweils irgendetwas anderes kostenlos. Man erkennt auch nicht sofort, was sich hinter Basic, Standard, Enterprise, Premium, etc. verbirgt. Ich will da gar nicht sehr ins Detail gehen. Schaut euch das am besten direkt an.

Kommen wir zu TeamLab. Es ist eine tolle Software. Die Usability ist hervorragend, der Konfigurationsaufwand sehr gering. Es macht richtig Spaß, damit zu arbeiten. Es ist OpenSource und wird sogar kostenlos gehostet.

Es bietet gutes ToDo-Management, aber leider kein richtiges Bugtracking bzw. Ticket-System. Gerade das brauchen wir aber am meisten. Bei der Abmeldung wurde gefragt, warum wir uns abmelden. Eine vorgeschlagene Antwortmöglichkeit: Es gibt kein Bugtracking. Das ist wohl ein gutes Zeichen und vielleicht wird es auch bald nachgeholt.

Planio

Planio sieht zuerst aus wie Jira, nur ist es aus Deutschland. Es gibt fünf einfache und günstige Pakete, und man kann es für 30 Tage kostenlos testen – sogar ohne Angabe einer Kreditkarte;) Das Bronze-Paket ist kostenlos und bietet Platz für 1 Projekt, 2 Nutzer und 500MB. Für den Anfang reicht uns das sogar.

Nach der Registrierung und dem Durcharbeiten eines recht angenehmen Admin-Bereichs kann man auch schon loslegen. Wenn etwas nicht konfiguriert wurde, wenn z.B. die Einstellung von Aufgaben-Prioritäten fehlt, wird man direkt darauf hingewiesen.

Insgesamt wirkt alles sehr aufgeräumter, freundlicher und schlanker als bei Jira. Was eindeutig fehlt: Es gibt keine Hilfe-Seite, Anleitung, Wiki oder ähnliches Lesematerial, das über die verschiedenen Funktionen aufklärt. Wenn man unerfahren ist, muss man an einigen Stellen durchaus rätseln. Jedes mal den Support zu kontaktieren, ist auch irgendwie doof, wobei der Support einen ziemlich freundlichen und hilfsbereiten Eindruck macht.

Wir haben uns jetzt also für Planio entschieden. Und so sieht das im Moment bei uns aus:)

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